Welche Relevanz haben Online-Communities?
Alexander Koerner am 13. November 2007 um 16:35 13 11 2007Neben einer allgemeinen Wertung dieser Überlegung stellt sich auch die Frage: Wie wichtig ist Internetnutzern ihre Online-Community im Vergleich zur realen Welt?
Beiden Themenkomplexen geht die diesjährige Ausgabe des Digital Future Reports des Centers for Digital Future an der University of Southern California nach.
In seiner achten Auflage kommt die rollierende Studie, die basierend auf einem landesweiten Panel von 2.000 Personen in den USA die Auswirkungen von Online-Technologien auf das Leben von Internetnutzern und -nichtnutzern untersucht, zu sehr interessanten Ergebnissen.
Das Digital Future Project 2007 konnte bestätigen, dass sich das Internet für den Verbraucher zunehmend zu einem Instrument des persönlichen Engagements und Ausdrucks - z.B. durch Blogs, persönliche Websites und Online-Communities - entwickelt.
Überraschend dabei ist, wie eng bereits Online- und reale Welt mittlerweile verzahnt sind.
So gaben 43% der Internetnutzer die Mitglied in einer Online-Community sind an, dass sie sich ihrem virtuellen sozialen Umfeld mittlerweile ebenso stark verbunden fühlen wie ihrem realen sozialen Umfeld.
Entgegen vieler Vorurteile stärkt das Internet offensichtlich soziale Bande. Die Zahl der über das Internet geschlossenen Freundschaften wächst ebenso wie die Intensität der Kommunikation mit dem bestehenden sozialen Umfeld - online wie offline.
Im Durchschnitt schloss jeder befragte Onlinenutzer über 4,65 neue Freundschaften im Internet, die sich jedoch auch auf das Internet beschränken. Durchschnittlich 1,6 Freundschaften haben diese Barriere bereits überwunden - mehr als doppelt so viele im Vergleich zum Jahr 2000.
Neben der Zahl der Freunde nimmt mit der Internetnutzung offensichtlich auch die Intensität des Austausches zu. 42,8% der Internet-Nutzer gaben an, dass sich durch das Internet die Zahl der Menschen mit denen sie regelmäßig in Kontakt stehen erhöht habe. 37,7% der Befragten kommunizieren seit der Internetnutzung auch intensiver/häufiger mit Familie und Freunden.
Online-Communities erscheinen als besonder starker Treiber für soziale Vernetzung und Aktivierung. Dies ergibt sich aus einigen Schlaglichtern der Studie:
56,6% der Befragten loggen sich mindestens einmal täglich in ihre Community ein. Online-Communities sind zudem ein perfekter Nährboden für soziale Ineraktion. 70,4% der Online-Community-Mitglieder gaben an mit anderen Mitglidern zu interagieren während sie eingeloggt sind. Die Teilnahme an Online-Communities führt im realen Leben zur Verstärkung von entsprechenden Offline-Aktivitäten. Dies bestätigten über 20% der Befragten. Gerade das soziale Engagement wird massiv durch die Teilnahme an Online-Communities gefördert. 64,9% der Community-Mitglieder die sich für einen sozialen Zweck einsetzen sind dazu über die Online-Community gekommen. 43,7% der Teilnehmer von Online-Communties gaben an sich seit Beitritt noch intensiver sozial zu engagieren.
Die Relevanz und Alltagsnähe von Online-Communities ist für deren Teilnehmer also massiv gestiegen. Hiervon profitiert insbesondere das Mundpropaganda-Marketing.






